IKEApolis – Möbelkonzern plant Ausweitung des Geschäfts

Geld & Welt, Marketing

Okt 09

2012

IKEA macht mehr als nur Möbel

creative commons, freie Bilder Autor: Bob B. Brown

Es begann in den 1940er Jahren mit der Geschäftsidee eines 17-Jährigen Jungen aus Småland, Schweden:  1943 gründete Ingvar Kamprad das Unternehmen IKEA. Das Akronym steht übrigens für Ingvar Kamprad, dessen elterlichen Bauernhof Elmtaryd und das diesem nahegelegene Dorf Agunnaryd. Seit den 1960/1970er Jahren zählen „Kötbullar“ und „Billy“ zu den Kassenschlagern. Heute gibt es wohl kaum jemanden, der kein Produkt des Möbelriesen zuhause hat, und seien es “nur” Dekoartikel. Die Kleinartikel machen sogar mit 40 Prozent den Großteil des Umsatzes aus. Fakt ist, IKEA ist mit einem vom US-amerikanischen Wirtschaftsnachrichtendienst Bloomberg geschätzten Unternehmenswert von 36 Milliarden US-Dollar1 wohl eines der wertvollsten Unternehmen weltweit. Der Konzern plant sogar zu expandieren, die nächsten Projekte wurden bereits angekündigt, darunter der Einstieg in die Immobilien- und Hotelbranche sowie in den Vertrieb von Solaranlagen. 

 

“IKEA-City” – Der Einstieg in die Immobilienbranche

In London steht bereits das Wahrzeichen der „IKEA-City – Strand East“. Ikea plant mit 1200 Wohnungen, Büros, Hotels und Gewerbeflächen. Viel Platz für Fußgänger und Fahrradfahrer soll entstehen, Autos unterirdisch geparkt werden. Auch in Hamburg gibt es bereits Pläne für eine „IKEA-City“ nahe dem Flughafen. IKEA wagt mit seiner Tochter „Inter IKEA“ damit den Schritt in einen durchaus lukrativen Markt, ist die Nachfrage nach Wohnraum in Großstädten wie London oder Hamburg so groß wie nie. Der zuständige Manager Harald Müller verlautete, es gehe nicht darum, „Elitewohnraum“ zu schaffen. Das IKEA-Konzept – bezahlbar und familiengerecht– soll also ebenso in der „IKEA-City“ greifen. Und damit trifft IKEA wieder ein Mal den Nerv der Konsumenten. Denn mit der wachsenden Nachfrage steigen natürlich die Preise auf dem Wohnungsmarkt. In London liegt das Mietniveau bei etwa 32 EURO/ Quadratmeter, in Hamburg bei etwa 11 EURO/ Quadratmeter. Ob die Wohnungen möbliert übergeben werden, ist allerdings nicht bekannt.

 

Im Urlaub wie zuhause fühlen – Die IKEA-Budget-Hotels

Des Weiteren sind die ersten Budget-Hotels in Deutschland geplant. Dabei sollte die Innenausstattung wohl das geringste Problem darstellen und die meisten Kunden würden sich wahrscheinlich tatsächlich „wie zuhause“ fühlen. Die Kette soll allerdings laut Müller „mit einem neuen Namen ohne Bezug zu IKEA“2 etabliert werden.

 

Funktionales Wohnen zum Studententarif

Das „Wohn- und Hotelkonzept“ wird durch Pläne zu Studentenwohnheimen erweitert. Hierzu gab Müller an, dass man für die Studenten ein „intelligentes Einrichtungssystem“ entwickelt habe, sodass ein Zimmer für unterschiedliche Funktionen nutzbar sei. Nähere Informationen sind zwar noch nicht bekannt, jedoch hat auch in diesem Geschäftsfeld die Marketingabteilung von IKEA ihre Hausaufgaben gemacht. Gerade für Studenten ist es auf Grund des knappen Budgets und der stetig steigenden Nachfrage besonders schwierig in Großstädten wie Hamburg und München eine finanzierbare Bleibe zu finden.

 

Alternative Energien zum Sparpreis

Und was zeichnet eine moderne Wohnung heutzutage aus? Richtig, ökologisch nachhaltig und energiesparend zu sein! Da wäre es doch gelacht, wenn IKEA in diese Branche keinen Fuß setzen würde. Und somit ist es keine Überraschung, dass der Möbelkonzern nun in Großbritannien den Verkauf von Solarmodulen, ganz nach dem IKEA-Konzept selbstverständlich zu erschwinglichen Preisen, testen will. Das Angebot umfasst außerdem die Vor-Ort-Montage und eine Garantie. Um die Solarmodule preisgünstig anbieten zu können, bezieht IKEA sie vom chinesischen Ökostrom-Konzern Hanergy, der bereits diverse Dächer von IKEA-Filialen mit Solaranlagen ausgestattet hat. Ist der britische Testlauf erfolgreich, könnten die Solarmodule auch auf dem deutschen Markt Einzug halten.

“Die Gleichschaltung aller Haushalte” – Wohnst du noch oder lebst du schon in IKEApolis? Es bleibt spannend abzuwarten, welche Konzepte wie vom Möbelgiganten in die Tat umgesetzt werden!

 


[1] http://www.welt.de/newsticker/bloomberg/article106043661/IKEA-Gruender-Kamprad-ist-reichster-Europaeer-Bloomberg-Ranking.html

[2] http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/ikea-sucht-ersten-standort-fuer-hotelkette-a-849858.html

3 Kommentare zu "IKEApolis – Möbelkonzern plant Ausweitung des Geschäfts"

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Alex

Oktober 10th, 2012 at 07:34

Ja, zu IKEA gab es auch bei mir schon einmal einen Artikel. Jeder kennt es, jeder hat Möbel oder Deko zuhause stehen. IKEA find ich gut. Man geht rein, findet was man will und am Ende geht man dann doch noch mit mehr raus als gedacht! :D
Letztens hatten sie ja auch schon Bier auf den Markt gebracht… die sollen einfach mal weitermachen und ich bin gespannt, was noch kommen wird.

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Skatze

Oktober 10th, 2012 at 11:23

Ich finde Ikea auch echt super, es macht einfach immer wieder Spaß dort bummeln zu gehen und sich auch an den kleinen Artikeln zu erfreuen :)
Bin gespannt wie weit das Unternehmen gehen wird und vor allem wie es ankommen wird bei den Leuten. Die Ideen sind genial, aber ob die Menschen es als nützlich oder eher unnötig halten frag ich mich noch.

Beste Grüße!

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Franzi

Oktober 10th, 2012 at 12:42

Alex, es ist doch schön, mal von einem Mann zu hören “am Ende geht man dann doch noch mit mehr raus als gedacht”. :D
Ich finde IKEA auch super, eben gerade weil es gut aussieht und dazu noch relativ günstig ist. Für Studenten und junge Familien ist das einfach ideal. Deswegen bin ich auch der Meinung, dass die neuen Pläne, besonders was die Hotels und IKEA-City betrifft, absolut greifen werden. IKEA spricht mit dem Konzept einfach die Konsumenten an.

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