Studis und Azubis aufgepasst! Ausbildungskosten steuerlich absetzen!

SPARföG

Okt 17

2011

Jeder, der nach der Schule eine Ausbildung begonnen hat oder ins Studium gestartet ist, weiß wie schnell großer finanzieller Druck entsteht. Doch es sind nicht nur die alltäglichen Ausgaben für Miete oder Lebensmittel, die den Geldbeutel schwer belasten. Insbesondere Semestergebühren, Fahrkosten und Fachliteratur fressen schnell das kleine Budget auf, das man in den ersten Jahren nach der Schule zur Verfügung hat.

Nun hat der Bundesfinanzhof (BFH) gleich zwei Urteile gefällt, die jeden Studenten und Azubi aufhorchen lassen sollten.
Kosten für die erste Ausbildung bzw. das Erststudium können jetzt steuerlich geltend gemacht werden, wenn das Studium oder die Ausbildung unmittelbar nach der Schulausbildung aufgenommen wurde. Sie können ab sofort als Werbungskosten abgesetzt werden, da der nach der Schule eingeschlagene Ausbildungsweg der Generierung von Einkommen dient.

Bisher waren Studienkosten nur als Sonderausgaben absetzbar. Solche kann allerdings nur jemand absetzen, der während seines Studiums bereits über steuerpflichtige Einnahmen verfügt. Obendrein ging dies nur in dem Jahr, in dem die Kosten angefallen sind. Ein sogenannter „Vortrag“ in ein folgendes Kalenderjahr ist im Rahmen einer erklärten Sonderausgabe nicht möglich. Laut Gericht werden diese Kosten aber nun als Werbungskosten anerkannt und diese können auch nach der Ausbildung in den ersten Berufsjahren steuerlich verrechnet werden.

Dafür müssen die Auszubildenden und Studierenden allerdings für jedes einzelne Jahr eine Steuererklärung abgeben. Das Finanzamt erstellt dann einen Feststellungsbescheid über den Verlust. Dieser augenscheinlich große Aufwand erweist sich auf den zweiten Blick allerdings als absolut lohnenswert, denn verrechenbar sind zum Beispiel Studiengebühren, Fachbücher, Fahrtkosten zum Ausbildungsort oder auch eine ausbildungsbedingte doppelte Haushaltsführung. All diese Kostenpunkte kann man sich bis zu 7 Jahre rückwirkend feststellen lassen. Also im Regelfall für die ganze Ausbildungszeit. Ich brauche euch ja nicht sagen welche erheblichen Kosten dort Zusammenkommen können.
Wenn ihr dann nach Abschluss eurer Ausbildung/eures Studiums steuerpflichtige Einnahmen erzielt, könnt ihr euch die vorher festgellten Verluste verrechnen lassen. Auch wenn ihr nicht direkt im Anschluss eine Beschäftigung findet, ist das Geld nicht verloren, sondern der Verlust wird im Rahmen dieser 7 Jahre immer ins nächste Kalenderjahr weiter vorgetragen.
Solltet ihr während des Studiums oder der Ausbildung steuerpflichtige Einnahmen erzielt haben, so werden die festgestellten Verluste zunächst dort verrechnet und eventuell verbleibende Verluste ins nächste Kalenderjahr vorgetragen.

Die konkreten Urteile des BFH könnt ihr online unter den Aktenzeichen VI R 38/10 und VI R 7/10 in der Urteilsdatenbank nachlesen.

Natürlich müsst ihr die Kosten, die ihr geltend machen wollt, auch belegen können. Also dann ran ans Sammeln von Rechnungen, Quittungen und Co und die ersten Berufsjahre eine Menge Steuern sparen!

Solltet ihr noch Fragen haben, könnt ihr sie gerne als Kommentar zu diesem Artikel stellen! Da ich selbst zur  Zeit alles sammle, um die Steuererklärungen fertig machen zu können, kann ich euch vielleicht weiterhelfen oder euch beim recherchieren helfen.

3 Kommentare zu "Studis und Azubis aufgepasst! Ausbildungskosten steuerlich absetzen!"

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Petra

November 1st, 2011 at 21:16

Das find ich soooo gut, sind wir usn mal ehrlich alles und jeder konnte immer absetzen nur Schüler und Studenten nicht. Das das jetzt endlich möglich ist finde ich ebenso gut, wie die möglichkeiten die sich heute bieten Arbeit & Ausbidlungsplätze zu finden!

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Skatze

November 2nd, 2011 at 08:25

Hallo Petra,

da geb ich dir absolut recht. Endlich sind mal ein paar sinnvolle Beschlüsse für unser Bürokratie-Deutschland entstanden, siehe auch das Kindergeld. Wollen wir mal hoffen, dass es weiter so aufwärts geht.

Beste Grüße

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TsEuzZ

November 2nd, 2011 at 15:56

Ja da gebe ich dir recht :). Eine sehr erfreuliche Entscheidung :) Leider gibt es wohl Überlegungen der Bundesregierung Änderungen einzuführen, so dass es nicht mehr für jeden möglich oder nur bis zu einem bestimmten Betrag sein soll. Wenn diese Überlegungen konkrete Formen annehmen sollten, berichte ich natürlich ausführlich darüber!
Aber hoffen wir das Beste, das die Bundesregierung erkennt, dass es absolut das falsche Signal ist!

Aber wie gesagt: Ich bleibe für euch an der Sache dran! ;)

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